Kritische Sommertage an der TH und EVHN: Vorträge, Workshops und mehr

Wir als AStA veranstalen gemeinsam mit dem AK Ohm gegen Rechts und dem AK Vielfalt statt Einfalt im Mai und im Juni die Kritischen Sommertage mit insgesamt fünf Veranstaltungen. Der Eintritt ist bei allen Veranstaltungen frei. Kommt vorbei, informiert Euch und diskutiert mit uns!

22.05. | 19:30 Uhr | Workshop: Argumentieren gegen Rechts | Raum S.18 (Evangelische Hochschule, Roonstraße 27)

28.05.| 19:30 Uhr | Geschichte, Ideologien und Strukturen der ‚Neuen Rechten‘ | Raum BL.317 (Technische Hochschule, Bahnhofstraße 87)

06.06. | 19:30 Uhr | Grundsätzliches über Kapitalismus, Migration & Rassismus | Raum BL.317 (Technische Hochschule, Bahnhofstraße 87)

12.06. | 19:30 Uhr | Film: „Cowspiracy“ + Diskussion | Raum BL.317 (Technische Hochschule, Bahnhofstraße 87)

13.06. | 18 Uhr | Grillfest | Fachschaftsterrasse SW / BW (Technische Hochschule, Bahnhofstraße 87)

Weiterlesen

Werbeanzeigen

1. Mai 2019 – Gemeinsam in die revolutionäre Offensive!

Es gibt nichts zu verlieren, als unsere Ketten – aber eine Welt zu gewinnen!

Für eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung!

Wir rufen gemeinsam mit einer Vielzahl an Organisationen und Initativen zur Revolutionären 1. Mai Demonstration auf. Auftakt ist um 11:30 Uhr an der Ecke Bauerngasse / Gostenhofer Hauptstraße.

Im Anschluss findet im Veit-Stoß-Park das Internationalistische Straßenfest statt. Am 30. April bereits geht es in Fürth auf die Straße, zur Revolutionären Vorabenddemo. Auftakt ist um 18:30 Uhr an der Kleinen Freiheit in Fürth.

Im Folgenden findet ihr den Demo-Aufruf, der mit aktualisierten Informationen auch hier zu finden ist.

Soziale Revolution weltweit!

Hetze gegen Geflüchtete und MigrantInnen, rassistische Aufmärsche „besorgter BürgerInnen“ und immer neue repressive Gesetzesvorhaben – seit mehr als drei Jahren läuft in der BRD, verstärkt durch alle Medien, diese Dauerschleife. Nahezu alle im Bundestag vertretenen Parteien beteiligen sich daran und befeuern die öffentliche Hysterie. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgendein/e „VolksvertreterIn“ davor warnt, dass die „BürgerInnen“ das „Vertrauen in den Rechtsstaat“ verlieren könnten und dass Deutschland „sich verändert“ hätte. Gemeint ist dabei nicht die zunehmende Verarmung breiter Bevölkerungsteile, unsichere Beschäftigungsverhältnisse oder steigende Mieten und Lebenshaltungskosten. Bedient werden statt dessen Ängste und Vorurteile gegenüber MigrantInnen und armen Menschen, bis hin zu rassistischer Hetze und dem Behaupten von falschen Zusammenhängen, wie z.B., dass der Wohnungsmangel durch Zuwanderung verursacht wäre.

Folge dieser Politik, die rassistische, patriarchale und autoritäre Vorstellungen aufgreift und bestätigt, ist das verstärkte Hervortreten von diesen Denkmustern auf nahezu allen gesellschaftlichen Ebenen. Rassistische Sprücheklopfer, „Männerrechtler“, „Kulturkämpfer“, „IslamkritikerInnen“ und andere Arschlöcher tauchen plötzlich nicht nur beim örtlichen Pegida-Auflauf, sondern auch am Arbeitsplatz, im Sportverein, in der Kommentarspalte der Lokalzeitung und im Bundestag auf. Freilich, in überschaubarer Anzahl, aber stetig, kommen sie aus der Deckung. Mit der AfD hat sich eine rechts von CDU/CSU positionierte, rassistische und völkische Partei im Bundestag und in allen Landtagen etabliert, die diejenigen sammelt, denen die CDU/CSU noch zu lasch und die NPD zu unattraktiv ist.

Gleichzeitig wird diese Situation eifrig genutzt, um die repressiven Möglichkeiten des Staates auszubauen. Die Eskalation der staatlichen Übergriffe gegen die Bevölkerung wird gezielt voran getrieben. Ein Bundesland nach dem anderen führt, relativ unbeeinflusst davon, ob die Regierung Grün-Rot oder Schwarz-Gelb ist, neue Polizeigesetze ein. Diese ermöglichen z.B. Menschen in Haft zu nehmen, die nicht etwa eine Straftat begangen haben oder planen, sondern bei denen lediglich der Verdacht besteht, sie könnten irgendwann eine „Gefahr darstellen“. Diese Art der Haft, die z.B. in Bayern rechtlich zeitlich unbeschränkt ist, weckt Erinnerungen an die „Schutzhaft“ während des Nationalsozialismus. Wie weit die staatliche Eskalation gegen die Rechte der Menschen voranschreitet, zeigt auch die Konzentration Geflüchteter in Lagern und die damit einhergehende Kriminalisierung. Momentan werden diese Lager genutzt, um Geflüchteten selbst die wenigen Rechte vorzuenthalten, die sie laut deutschem Gesetz theoretisch noch haben und sie durch die verheerenden Zustände systematisch psychisch zu brechen. Die im Lager eingesetzten Securities fallen immer wieder durch brutale Übergriffe und willkürlichen Machtmissbrauch auf. Protest und Widerstand dagegen, wie zuletzt in Donauwörth oder auch in Bamberg werden von Staat, Polizei und Medien diffamiert und instrumentalisiert, um Großrazzien und faktische Notstandsübungen durchzuführen. Jede weitere Machtdemonstration und Kriminalisierung festigt dabei zusätzlich das rassistische Bild vom gewaltbereiten Flüchtling und delegitimiert den Protest.

Gleichzeitig wird der Überwachungsstaat gegen alle Menschen massiv ausgebaut, Verbote von kritischen linken Medien und Organisationen werden gefordert, vorbereitet und umgesetzt. Von staatlicher Repression aktuell besonders betroffen sind linke migrantische Organisationen wie z.B. die kurdische Freiheitsbewegung. Soziale Bewegungen, die sich für das Recht auf Wohnen, bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen, gegen patriarchale Gewalt und Unterdrückung, gegen Rassismus und für das Recht auf Bewegungsfreiheit oder Klimaschutz einsetzen, werden zunehmend Ziel staatlicher Ausforschung und Repression. Gegen diese Entwicklung und für eine Perspektive jenseits von Ausbeutung, Unterdrückung, Rassismus und Patriarchat gehen wir am 1. Mai 2019 auf die Straße!

Weiterlesen

Schafft Rote Hilfe – Solidarität darf nicht kriminalisiert werden!

Pressemeldungen zufolge plant das Bundesinnenministerium ein Verbot des strömungsübergreifenden linken Solidaritätsvereins „Rote Hilfe e.V.“. Mit Verweis auf angeblichen „Extremismus“ soll diesem demnach die politische Arbeit untersagt werden.

Wir stellen hierzu fest: Die Arbeit der Roten Hilfe e.V. ist legitim.

Die Rote Hilfe e.V. ist ein offener, pluraler Verein für alle linken Initiativen und sozialen Bewegungen. Sie gibt Hilfestellung im Fall von Ermittlungsverfahren oder Verurteilungen. Zum Beispiel vermittelt sie Anwält*innen oder leistet finanzielle Unterstützung, damit Aktivist*innen nach einem langwierigen Verfahren nicht vor dem Ruin stehen.

Egal ob Widerstand gegen Zwangsräumungen, Abschiebelockaden, Engagement gegen Rechts, Streiks, der Kampf gegen das Patriarchat oder die Forderung nach Freilassung von in Deutschland vor Gericht stehenden türkisch-kurdischen Oppositionellen: Die Rote Hilfe e.V. steht an der Seite der Betroffenen und bündelt die Solidaritätsarbeit für diese.

Gerade in Zeiten, in denen reaktionäre Kräfte in der Offensive sind und repressive Sicherheitspolitik den politischen Diskurs bestimmt, ist die Arbeit der Roten Hilfe e.V. notwendiger denn je.

Wir sagen „Nein!“ zu einem möglichen Verbotsverfahren und solidarisieren uns ausdrücklich mit der Roten Hilfe e.V.

Wir als AK Ohm gegen Rechts unterstützen diese gemeinsame Solidaritätserklärung von Gruppen und Initiativen aus dem Raum Nürnberg und halten die Rote Hilfe für unabdingbar für eine gesellschaftliche Linke.

Daher werdet am besten gleich heute Mitglied in der laut Verfassungschutz „am schnellsten wachsenden linksextremen Gruppe in Deutschland“ 😉
Dies geht unter anderem unter diesem Link: https://www.rote-hilfe.de/ueber-uns/mitglied-werden

Keine Werbung für Rüstungsunternehmen! – Aktion gegen Diehl auf Firmenkontaktmesse

Zivilklausel_Diehl_verpixelt

Keine Werbung fürs Töten!

Am 22. November waren Antimilitarist*innen auf der Firmenkontaktmesse im WT-Gebäude an der Hochschule, um mit mit einem Transparent, Schnipsel, Flyern sowie einer kurzen Rede auf den dortigen Diehl-Stand aufmerksam zu machen.

Die Diehl Stiftung ist ein Waffenunternehmen und dadurch kein Ausbeutungsbetrieb wie jeder andere. Der größte Teilkonzern – Diehl Defence – ist Hersteller von Lenkflugkörpern, Munition, Raketensystemen und Zielsensorik.

Die Waffenschmiede liefert neben NATO-Staaten auch in Länder wie Saudi-Arabien, in denen Menschenrechte verletzt werden. Aber egal an wen letztlich Waffen exportiert werden: Jeder Waffenverkauf ist zu viel!

Die NATO-Staaten haben sich verpflichtet, zwei Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes in Rüstung zu stecken. Alleine nächstes Jahr wird der Rüstungshaushalt 43,23 Milliarden Euro umfassen – und da ist man noch weit von zwei Prozent des BIP entfernt. Das Geld fehlt dann an anderer Stelle, im Bildungs- oder im Gesundheitssystem.

Das ist Wahnsinn! – Die zunehmende Aufrüstung befeuert Kriege angesichts einer krisenhaften Staatenwelt und einem weltweiten Rechtsruck. Waffen sind notwendig für Kriege und dadurch eine Fluchtursache! Waffenexporte zu beenden heißt auch Fluchtursachen zu bekämpfen.

Wir müssen diese Aufrüstung und Militarisierung beenden!
Ein erster Schritt wäre es, Waffenfirmen an der Hochschule keinen Raum mehr zu geben.

Der Flyer, den wir verteilt haben und der noch einmal darauf eingeht, was eine Zivilklausel ist und warum wir diese für notwendig halten ist hier zu finden.

Wir fordern von der Hochschule die Einführung einer Zivilklausel, also das Verbot von Waffenforschung an der Hochschule, sowie auch keinerlei Kooperation mit Rüstungsunternehmen, auch nicht auf einer Firmenkontaktmesse wie heute!

1. Festival Contre Le Racisme an der TH von 9. bis 30.11.18! – Politische Vorträge, Workshops und vieles mehr…

Dieses Wintersemester findet das 1. Festival Contre Le Racisme an der TH Nürnberg statt!

festivalcontreleracisme

Vom 9. bis zum 30. November werden insgesamt zwölf Veranstaltungen angeboten. Mit Workshops, Vorträgen und Filmvorführungen, einer den ganzen Zeitraum über besuchbaren Ausstellung, einer Stadtführung und einer antirasstischen Kundgebung wollen wir uns mit verschiedenen Diskriminierungs- und Unterdrückungsformen beschäftigen und für eine vielfältige, solidarische Welt einsetzen. Bis auf die Abschlussparty sind alle Veranstaltungen kostenlos.

Das Festival Contre Le Racisme, abgekürzt FCLR, ist eine bundesweite und dezentrale Kampagne, unter deren Namen in zahlreichen Städten und universitären Einrichtungen Aktionswochen zu Themen wie Rechtsextremismus, Rassismus und darüber hinaus stattfinden. An der Technischen Hochschule wird das Festival contre le racisme Nürnberg dieses Jahr zum ersten Mal stattfinden. Organisiert und getragen wird es vom AK Ohm gegen Rechts und dem AStA Hochschule Nürnberg.

Im Folgenden findet ihr eine kompakte Übersicht zum Programm des FCLR 2018, und wenn ihr auf Weiterlesen klickt jeweils weitere Informationen und einen ausführlicheren Ankündigungsbericht.

—————————————-

09. – 30.11. | Ausstellung: „Die Säulen der Menschenfeindlichkeit. Rassismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit sind Alltag und überall“ | Foyer des BL.-Gebäudes [Bahnhofsstraße 87]

09.11. | 19 Uhr | Ausstellungseröffnung + Vokü + Kneipentour | Foyer des BL.-Gebäudes

10.11. | 10 – 17 Uhr | Sensibilisierungsworkshop | Anmeldung an: ohmgegenrechts [at] riseup.net

13.11. | 19 Uhr | Vortrag „Grundsätzliches über Kapitalismus, Migration und Rassismus“ von Prof. Dr. Arian Schiffer-Nasserie | BL.317

17.11. | 15.30 Uhr | Antifaschistische Stadtführung | Plärrer Rondell

19.11. | 18 Uhr | Workshop „Argumentieren gegen Rechts“ mit Dr. Ina Schildbach | BL 317

21.11. | 19.30 Uhr | Filmvorführung „I am not your negro“ | BL 317

22.11. | 19 Uhr | Vortrag „Was ist Antiziganismus?“ von Dr. Markus End | BL 317

24.11. | 15.30 Uhr | Kundgebung „Solidarität statt Spaltung“ | Innenstadt Nürnberg/Hallplatz

26.11. | 11.12.| 19 Uhr | Vortrag „Zwischen Konservativ und Ultrarechts: Deutsche Studentenverbindungen“ von Dominick Kardinsky | BL 317

28.11. | 19.30 Uhr | Filmvorführung „Newcomers“ | BL 317

29.11. | 19 Uhr | Vortrag zu antimuslimischem Rassismus | BL 317

30.11. | 22 Uhr | Party contre le racisme | Desi Nürnberg

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtenden Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.
Weiterlesen

Vortrag: Der NSU, Deutschland und der rassistische Normalzustand

Heute Abend (18.06.), 19 Uhr im Freiraum / Raum BL 411: Vortrag mit dem Titel „Der NSU, Deutschland und der rassistische Normalzustand“ über das baldige Ende des NSU-Prozesses und die Tag X-Mobilisierung nach München.

Zwischen 1999 bis 2011 beging der NSU drei Bombenanschläge und zehn Morde, darunter neun an migrantischen Kleinunternehmern, sowie zahlreiche Banküberfälle. Erst im Jahr 2011 enttarnte sich die nationalsozialistische Terrorgruppe durch die Selbstmorde von Uwe Böhnhardt und Mundlos selbst. Zwar war der NSU das Werk von militanten Neonazis, ohne die Verwicklungen des Verfassungsschutzes, den Rassismus in Polizei und Gesellschaft hätte es ihn jedoch in dieser Form nie gegeben.

Der Vortrag wird jene Faktoren beleuchten, die dazu geführt haben, dass der NSU seine neonazistischen Terrorakte ungehindert begehen konnte. Außerdem soll der Frage nachgegangen werden, inwieweit die gesellschaftlichen Verhältnisse, die den NSU möglich gemacht haben, auch nach dessen Auffliegen fortbestehen.
Außerdem wird es Infos zu den Aktionen am Tag X, dem Tag der Urteilsverkündung im NSU-Prozess, geben. Aus Nürnberg wird eine gemeisame Zuganreise zur Demonstration in München organisiert, Treffpunkt am Tag X ist um 14:30 Uhr der Infopoint in der Mittelhalle des Nürnberger Hauptbahnhofs.

Solidaritätserklärung des Studierendenparlements mit dem Bildungsstreik am 22.06.18

Das Studierendenparlament unserer Hochschule beschloss auf Antrag des Allgemeinen Studierendenausschusses folgende Position und Solidaritätserklärung in seiner Sitzung am 23.05.18:

Bildung für alle: Sie schieben ab? – Wir streiken!

Ob Studierende, Auszubildende oder Schüler*innen. Ob in Deutschland geboren, seit vielen Jahren hier oder seit einigen Monaten. „Unvernünftig“ oder „desinteressiert“ wird „unsere“ Generation betitelt. Statt die Symptome zu betrachten, werfen wir einen Blick auf eine Ursache: unser Bildungssystem.

Chancengleichheit? – Fehlanzeige!

(Soziale) Segregation und Leistungsdruck beginnen schon im Grundschulalter. Kinder aus Familien mit niedrigem sozio-ökonomischen Status oder Migrationshintergrund bekommen seltener eine Gymnasialempfehlung. Nach dem Abitur wird weiter selektiert: nur 24 von 100 Personen aus Nicht-akademischen Familien erreichen den Zugang zu einer Hochschule – aus akademischen Familien sind es 71. Welche Bildung ein Mensch erfährt ist also maßgeblich von der sozialen Herkunft abhängig.

Nicht für die Schule – für das Leben lernen wir?!

Was soll das für ein Leben sein, in dem Numerus Clausus und ECTS relevanter sind, als Zwischenmenschlichkeit, politisches Interesse und der Umgang mit Herausforderungen des täglichen Lebens. Stattdessen geht es – insbesondere seit den Bolognaprozessen – in erster Linie darum, junge Menschen für den Arbeitsmarkt zurecht zu biegen. Die Wirtschaft nimmt durch Sitze in entscheidenden Gremien oder durch Finanzierung von Forschungsprojekten und Studiengängen enormen Einfluss auf die vermittelten Bildungsinhalte, was die Unabhängigkeit der Wissenschaft gefährdet.

Bildung ist unsere Zukunft!

Seitens der Politik wird immer wieder betont, wie wichtig gute Bildung für unsere Zukunft ist. Ein möglichst guter Abschluss – so heißt es – sichert gute Arbeitsplätze. Die Realität junger Menschen auf dem Arbeitsmarkt ist aber durchzogen von Arbeitslosigkeit, unbezahlten Überstunden, Niedriglöhnen und befristeten Arbeitsverhältnissen. Fast 80 Prozent der 25- bis 29-jährigen Akademiker*innen müssen sich mit einem Arbeitsvertrag auf Zeit begnügen.

Bildung ist niemals umsonst – und leider auch nicht kostenlos

Es kommt hinzu, dass Bildung nicht kostenfrei und somit nicht vollumfänglich für alle zugänglich ist. Zwar wurden die Studiengebühren vor einigen Jahren abgeschafft, doch können wir uns nie ganz sicher sein, ob das auch so bleibt. In Baden-Württemberg wurden sie für Nicht-EU-Ausländer*innen wieder eingeführt, was eine rassistische institutionelle Diskriminierung darstellt. Es entstehen Kosten für Semestertickets, Bücher oder Exkursionen. Leistungen nach BAföG stehen nicht allen zu und können die Kosten genauso wenig abdecken, wie ein Nebenjob. Genauso fernab der Realität ist es, zu denken, dass Eltern dafür aufkommen können. Knapp 1/5 aller Studienabbrecher*innen tun dies aufgrund finanzieller Schwierigkeiten. Damit verschärft sich die Bildungsungleichheit weiter.

Hochschulen sorgen für Fluchtursachen

Als wäre das nicht schon genug, sind deutsche Hochschulen durch die Unterfinanzierung oft gezwungen Forschungsaufträge für die Rüstungs- und Waffenindustrie anzunehmen und beteiligen sich aktiv an der Entwicklung von Waffensystemen. Durch die Bundeswehr bzw. Waffenexporte sorgt das für Krieg und Zerstörung der Existenzgrundlage, sowie die (oft tödliche) Flucht Hunderttausender. Die hier angekommenen Geflüchteten erwartet eine Asylpolitik, die sie wieder in vermeintlich sichere Gebiete abschieben will und systematisch das Menschenrecht auf Bildung, Arbeit und ein menschenwürdiges Leben verwehrt.

Wir fordern für die TH Nürnberg deshalb: Die Einführung einer Zivilklausel, die jegliche Forschung für die Rüstungs- und Waffenindustrie verbietet.

Bildung darf kein Privileg sein!

Wir als Studierende sind lieber „unvernünftig“, wenn Vernunft bedeutet, tatenlos zuzusehen und zu schweigen, um das System am Laufen zu halten. Wir sind die Zukunft und gestalten sie selbst. Wir stehen für eine Zukunft, fernab von Diskriminierung und Unterstützung (aufgrund von Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht oder Religion). Wir erklären uns solidarisch mit der Jugendaktion Bildung statt Abschiebung und ihren Forderungen und rufen hiermit dazu auf:

Geht am Tage des Bildungsstreikes nicht in die Schule, die Hochschule oder den Betrieb, sondern legt euer Privileg der Bildung für einen Tag nieder, streikt, geht auf die Straße und demonstriert.

22.06.2018 – Raus zum Bildungsstreik!

Mehr Infos:
Jugendaktion Bildung statt Abschiebung